Statistik Dieser Mist Für Eltern/Funktionäre/Trainer

(K)ein Tabuthema im Sport
An Verbände, Funktionäre, Trainer, Betreuer, Sportler und Eltern

Sport soll Spass machen. Er soll Ausgleich zum Alltag sein. Probleme, Sorgen und Stress wollen wir dabei vergessen. Wir suchen die Bestätigung und den Erfolg. Und nun soll man sich genau in diesem Gebiet mit solch unangenehmen Problemen, wie sexuelle Gewalt auseinandersetzen?
Die Antwort lautet JA!
Als Sportler soll man den Mut haben, Ausbeutung oder Missbrauch zu erkennen und sich entsprechend zu verhalten. Es ist eine Tatsache, dass sexuelle Ausbeutungen und Missbräuche im Bereich des Juniorensports auftreten können.

Man muss sich folgendes in aller Deutlichkeit bewusst machen.

Leute (vor allem Männer), die sich zu jungen Mädchen und Knaben hingezogen fühlen, um diese auszubeuten oder gar zu missbrauchen, werden immer wieder den Kontakt zu ihnen suchen. Pfadigruppen, Jugendvereine, Jugendmusikgesellschaften oder eben in Sportvereine bieten solche Menschen ideale Möglichkeiten diese Kontakte zu finden.

Daher ist es wichtig ein kritisches Auge auf alle Juniorentrainer zu werfen.
E es ist für die zahllosen, guten Trainer wichtig, dass die Misshandler aus dem Juniorenbereich entfernt werden. Trainer, die korrekt mit jungen Sportlern und Sportlerinnen umgehen, werden nichts dagegen haben, dass man ihr Verhalten beobachtet und sie in ihrer guten Arbeit bestätigt und unterstützt.

Ausserdem gilt es zu bedenken, was uns die Statistiken sagen:

In der Schweiz ist jedes dritte Mädchen und jeder siebte Knabe mindestens einmal in seinem Leben Opfer sexueller Gewalt. Diese Zahl macht betroffen. Vergessen wir nicht, dass hinter jedem Opfer auch mindestens ein Täter steckt.

Wenn man diese Angaben direkt auf die 9.Klasse 2001 der Real Oberdiessbach übertragen würde, wäre die Anzahl der blau gefärbten SchülerInnen als Opfer betroffen. (Dieser Vergleich ist nur ein Beispiel!)


Natürlich wird nur ein Teil der missbrauchten Kinder und Jugendlichen im Zusammenhang mit dem Sport zu Opfern. Die Fachstelle MIRA rechnet auf der Basis diverser Statistiken, dass sich 5-10% aller Ausbeutungsfälle im Freizeitbereich (Sportvereine, Pfadi, Jugendmusik usw.) ereignen. Das wären gesamtschweizerisch vorsichtig geschätzte 2500 bis 5000 Fälle pro Jahr! Dies ist Grund genug, dass sich Verbände, Funktionäre, Vereine, Trainer und Sportler mutig und selbstkritisch an dieses Thema wagen würden.

Wird man jedoch mit Tabuthemen konfrontiert, so ist der einfachste und bequemste Weg, diese zu verdrängen, sie zu verharmlosen oder als Panikmacherei zu bezeichnen. Während unseres Projektes verschickten und verschenkten wir cirka 200 A3-Plakate, wie sie bei Downloads zu sehen sind. Einige persönlich angesprochene Vereinsfunktionäre weigerten sich, die Plakate anzunehmen. Einer meinte dabei: Diesen Mist hänge ich in unserem Clubhaus nicht auf. Für meine Trainer lege ich die Hand ins Feuer! Das ist doch ein Affentheater, was ihr da veranstaltet! Bei solchen Aussagen stellt sich sofort die Frage, ob diesem Vereinspräsidenten nicht seine eigenen Phantasien in die Quere gekommen sind. Eine böse Frage, ich weiss, aber…

Juniorentrainer, Betreuer, Funktionäre und Verbände haben die Pflicht, sich dem Thema zu stellen! Eltern müssen sich darauf verlassen können, dass ihre Kinder korrekt trainiert und mit Respekt behandelt werden.

Es ist eine Tatsache, dass sich sehr wenige Verbände und Vereine wirklich mit dem Thema beschäftigen und etwas unternehmen. War wäre zu tun , damit dieses Thema nicht mehr länger ein Tabuthema bleibt?

Eltern
=>Erkundigen Sie sich bei den Vereinsverantwortlichen, ob man sich mit dem Thema der sexuellen Ausbeutung im Juniorensport auseinandersetzt und ob die Trainer entsprechend ausgebildet und betreut werden?
=>Fragen Sie bei der Vereinsleitung nach, welche Vorgehensweise bei allfälligen Verfehlungen eines Trainers geplant sind.
=>Haben Sie stets offene Ohren für Aussagen Ihrer Kinder. Erkundigen Sie sich nach dem Verhältnis Ihres Kindes zum Trainer. Zeigen Sie sich interessiert, ohne jedoch zu übertreiben und auf Panik zu machen, denn die allermeisten Juniorentrainer machen ihre Arbeit gut!
=>Stärken Sie ihr Kind darin, die eigenen Grenzen selbstbewusst festzulegen, selbst zu bestimmen, welche Berührungen es will und welche nicht. Bestätigen Sie Ihr Kind, wenn es seine Grenzen festlegt.

Funktionäre
=>Haben Sie den Mut, das Thema in Ihrem Verein anzusprechen und sich damit auseinanderzusetzen.
=>Organisieren Sie beispielsweise einen Abend, wo Sie mit Ihren Trainern über korrektes Verhalten diskutieren und den Trainern die Erwartungen und Anforderungen der Vereinsleitung mitteilen. Falls Sie dazu die Videoproduktion Katja flüg zeigen wollen, können Sie diesen unter Video/Plakat bestellen beziehen. Zusätzliche Unterlagen werden in kürze zum Downloaden auf dieser Homepage erscheinen. Falls Sie sich nicht in der Lage fühlen, dieses Thema selbst zu behandeln, finden Sie bei FOR KIDS Links zu Hilfsorganisationen (Beispielsweise MIRA), die Ihnen gerne weiterhelfen.

Trainer
=>Betrachten Sie bei FOR KIDS die Punkte Was darf dein Trainer machen und was nicht? und hinterfragen Sie Ihr eigenes Verhalten ganz ehrlich. Beobachten Sie sich in den nächsten Wochen.
=> Haben Sie den Mut, Ihr Verhalten Kritisch zu beleuchten.
>Achten Sie auf Ihre Nähe zu den Kids.
>Achten Sie auf die Art, wie Sie Kritik üben.
>Fragen Sie sich, wie wohl und sicher sich die Kids in Ihren Trainings fühlen.
>Achten Sie sich, ob Sie die Berührungen zu den jungen Sportlern suchen. Sind die Berührungen gut und für beide Seiten kein Problem oder sind es Grenzüberschreitungen?
=>Nehmen Sie sich die Zeit und sprechen Sie mit Ihren Junioren über das Festlegen von Grenzen. Fragen Sie sie, ob sie sich von Ihnen respektiert fühlen. Fragen Sie sie, wo ihre Grenzen liegen. Erklären Sie ihnen auch, wo Sie als Trainer Ihre Grenzen festlegen.
=>Es besteht auch die Möglichkeit, (z.B. im Trainingslager) mit den Junioren den Film anzuschauen und danach darüber zu sprechen.
=>Haben Sie Mut und organisieren Sie einen Elternabend, wo Sie den Eltern die Sicherheit geben, dass ihre Kinder bei Ihnen gut aufgehoben sind, korrekt trainiert und respektvoll behandelt werden. Falls Sie sich nicht in der Lage fühlen, dieses Thema selbst zu behandeln, finden Sie bei FOR KIDS Links zu Hilfsorganisationen (Beispielsweise MIRA), die Ihnen gerne weiterhelfen.

Für interessierte Erwachsene

Schreiben Sie Ihre Meinung, Ihre Gedanken, Ihre Kritik, Ihre Fragen zum Thema der sexuellen Ausbeutung von Kindern in Sportvereinen in unser Forum.
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